Der weiße Riese des Changai – oder wie kommt man auf den Otgon Tenger?
Um die Antwort gleich vorwegzunehmen, offiziell gar nicht
mehr. Aber der Reihe nach. Der Höhepunkt einer Changaitour kann natürlich der
weiße Riese im äußersten Westen des mongolischsten aller mongolischen Gebirge
sein. Da der Weg ja bekanntlich das Ziel jeder touristischen Mongoleireise ist spielt
natürlich die Frage wie gelange ich dorthin eine wichtige Rolle. Im konkreten
Fall über die Südgobi, das heißt über Dalanzadgad-Bajanchongor. Natürlich ist
das ein Umweg, direkterweise würde man den Changai südlich umrunden, das heißt
über Arwaicher nach Bajanchongor gelangen, denn quer durch das Gebirge, also
von Khakorin zum Otgon Tenger, das geht praktisch nicht oder es dauert
zumindest noch länger, denn der Kamm des Changai ist mächtig und er bietet nur
wenige Stellen zur Überquerung.
Die Reise über die Südgobi zum Otgon Tenger bietet Kontraste
pur und immer wieder neue Entdeckungen. Da ist zum Beispiel die Gegend um den Orog
Nuur. Eigentlich viel zu Schade für eine kurze Durchreise und bisher kaum
beachtet, ist dieser Salzsee mit seinen unzähligen Wasservögeln, den Sanddünen
am Ostufer und der mächtigen Gebirgskette des Ich Bogd im Süden, eigentlich
schon eine Traumlandschaft an sich. Der größte Teil der vom Hungriin Els nach Bajanchongor
Reisenden hat den See vermutlich auch gar nicht gesehen. Der Hauptweg führt im
Bett eines Trockenflusses etwa 5 Kilometer am Seeufer vorbei und gibt den Blick
auf den See nicht frei. Das erhöhte Südufer ist von dort aus mit Fahrzeugen
kaum zu erreichen. Erst nach langem suchen finden wir eine wenige Tage alte
Fahrspur, die einen Weg durch das Gewirr von Erosionsrinnen und
Kameldornsträuchern weist. Mal geht die Spur nach Süden, mal wieder nach Norden
manchmal verschwindet sie ganz im Sand und man muss wie ein Pfadfinder das
umliegende Gelände nach der Fortführung absuchen. Nach vielleicht 8 oder 9
Kilometern wird die Spur zum Weg der sich in geringer Entfernung zum Seeufer in
Richtung Westen bewegt, die Südliche Umfahrung des Orog Nuur ist damit
gefunden.
Zwischen den versalzten Uferzonen und der steil aufragenden
Gebirgswand liegt eine üppig mit allen möglichen Gobi-Sträuchern bestandene
Wüstenebene, eine ideale Landschaft für Antilopen und Gazellen, die sich auch
bald schon zeigen. Zum greifen nahe aber schwer zugänglich und geheimnisvoll
erscheint das nur wenige Kilometer vom See liegende schroffe Gebirge. Es sind
die höchsten Gipfel des Gobi Altai, nur wenige Meter von der 4’000 Meter Grenze
entfernt. Der Kamm erscheint weiß im Juli des Jahres 2003, das eigentlich das
Jahr des Tourismus für die Mongolei werden sollte, möglicherweise als Regenjahr
in die Geschichte eingehen wird. Statt der Touristen kam der Regen, der sich
nicht durch SARS und Irakkrieg abschrecken ließ.
Die Gobi ist grün wie Irland, aber ein trügerisches Grün, es
sind natürlich hauptsächlich dornige Wüstensträucher, Distelarten und der
berühmte Saksaul, die für die grüne Farbe sorgen, fettes Weidegras sucht man
genauso vergebens wie Süßwasser. Diese Ecke des Gobi-Altai hat noch nicht viel
von ihren Geheimnissen preisgegeben, die in den engen Talebenen und Schluchten
auf Entdeckung warten. Der Ich Bogd ist praktisch unbesiedelt, nur eine
handvoll Familien schlagen ihre Sommerlager an den Talausgängen des Gebirges
auf, die Winterlager in der Nähe des Sees sind jetzt verwaist. Eine Ausnahme
bildet ein Ail, in dem zwei junge Leute mit ihren etwa 50 Kamelen
zurückgeblieben sind. Kamele fühlen sich hier natürlich wohler als in den
Hochlagen der Gebirge. Die beiden, wie sich herausstellt Geschwister, sind
erfreut über die Abwechslung eines Besuches als wir an ihrem Brunnen unser
Trinkwasser auffüllen. Ihre Familie ist auch im Gebirge und sie kümmern sich um
die doch recht kostbaren Tiere. Mit einer größeren Kamelherde kann man durchaus
zu Wohlstand gelangen. Den sieht man hier nicht auf den ersten Blick, denn
Jurten sehen, auch was ihre Ausstattung betrifft, relativ ähnlich aus, aber bei
genauerem Hinsehen fällt dann doch so einiges auf. So haben sich die beiden einen
Wunsch erfüllt, den der Europäer sicherlich nicht erwartet hätte, sie haben
sich ein Stromaggregat samt Fernsehgerät und DVD-Player zugelegt, auf dem sie,
wie sie sagen, vornehmlich Musikvideos sehen, denn sie sind begeisterte Karaoke-Fans.
In einer weiteren Beziehung weichen die Bewohner auch noch vom allgemeinen
Mongolei-Bild ab. Sie haben einen Kater, der faul auf dem Jurtensofa liegt –
Mongolen gelten schlechthin als katzenfeindlich.
Auf der Fahrt Richtung Norden entschwindet der Orog Nuur
recht schnell wieder dem Blick, was aber noch nach über 200 Kilometern weithin
sichtbar bleibt ist der Ich Bogd. Bereits im Changai kann man von Bergkuppen
aus immer noch diesen markanten Gebirgszug des Gobi-Altai sehen. Wesentlich
versteckter liegt der Otgon Tenger, mit über 4’000 Metern ist er zwar etwas
höher als die Gipfel des Gobi-Altai, aber er liegt inmitten von Bergen, die um
die 3’500 Meter hoch sind und ihn gut verbergen. Von Richtung Süden kommend
kann man den weißen Riesen erstmals am Ulaan Tschuluun Pass in etwa 80
Kilometern Entfernung sehen. Der Pass selbst liegt auch bereits schon 2’600
Meter über dem Meeresspiegel. Insgesamt ist der Changai ein Hochgebirge dessen
Antlitz auf den ersten Blick nicht zeigt, was wirklich dahinter steckt. Die
weiten, oft flachen Täler und die meist auffällig gerundeten Gipfel lassen die
Höhenunterschiede für das Auge verschwimmen. Häufig auch unbewaldet, fehlt
einfach ein Gefühl für die Größenverhältnisse und zahllose Berge, die oft mehr
als 1’000 Meter die Talsohlen überragen erscheinen wie samtgrüne Hügel. Kaum in
einem anderen Gebirge der Welt wird das Auge so betrogen.
Noch eine andere Besonderheit kennzeichnet den Changai, die
Höhenstufung der Vegetation. An den Nordhängen des zentralen Changai, da wo
sich die nördliche Nadelwaldgrenze in den Süden schiebt, beginnt die Waldzone
dort, wo sie in den deutschen Alpen aufhört. Ab etwa 2’000 Meter Höhe
entstehen vereinzelte Wälder, die sich bis in fast 3’000 Meter Höhe auf die
Gipfel schieben, erst darüber liegt die Zone der hochalpinen Matten, die im
Norden des fast 400 Kilometer langen Hauptkammes mehr eine nordische Tundra-Landschaft
repräsentiert. Es gibt im Gebirge aber auch enge Täler und felsige Gipfel –
einer davon ist der Otgon Tenger mit seiner gewaltigen Westwand.
Ziel der Reise ist allerdings die Ostseite des heiligen
Berges, die nur auf einem Weg, über das südlich gelegene Kreiszentrum Otgon,
erreichbar ist. Der Ort bietet dem Reisenden vor allem eines – Benzin. Entgegen
allen Behauptungen an der voraus liegenden Tankstelle gibt es auch genügend
davon. Eine Geschichte, die wir in diesem Jahr mehrfach gehört haben; an den
Tankstellen wird behauptet, dass die auf der Strecke noch folgenden Orte über
kein Benzin mehr verfügen und deshalb ist der Preis hier jetzt halt ein
bisschen höher und man sollte unbedingt voll tanken. Nach 20 Jahren Mongolei-Erfahrung
eigentlich eine glaubhafte Story und ein bekanntes klammes Gefühl macht sich
breit. In diesem Jahr stellte es sich allerdings immer wieder als eine Ente
heraus, was uns da so eindringlich versichert wurde. Ich kann nicht sagen, ob
das ein neuer Verkaufstrick der Tankstellenbesitzer ist oder ob vor unserem
Eintreffen immer zufällig gerade wieder eine Lieferung den Weg in die entlegene
Region gefunden hatte. Jedenfalls lag der Preis teilweise doppelt so hoch, wie
im „Benzinhimmel“ von Ulaanbaataar.
Benzin ist vermutlich das Haupttransportgut in der Mongolei.
Die Mehrzahl aller LKW hat als Ladung den begehrten Kraftstoff an Bord. In
allen Ecken des Landes rumpeln die wohl jedes Gelände bewältigenden SIL und
Krass, teilweise mit Hängern, über abenteuerliche Pisten. Man könnte glauben,
das Wirtschaftsleben der ländlichen Mongolei bestünde zu 90 Prozent aus dem
Verteilen und Verkaufen von Benzin. So hat auch jedes sonst bedeutungsschwangere
Kreiszentrum wenigstens zwei bis drei Tankstellen. Das Pferd oder gar das Kamel
als Transportmittel taugt nur noch für einige Reiseführer oder zum Schmücken
bunter Mongolei-Klischees. Das Pferd benutzt der gewöhnliche Viehzüchter für Strecken,
wo der Deutsche noch zu Fuß hingeht, alles was weiter weg liegt erledigt er
normalerweise mit dem allseits beliebten Motorrad oder wenn er denn hat, mit
seinem russischen UAS, der allerdings mehr Benzin säuft, als ein Kamel Wasser
trinken kann.
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Der Otgon Tenger ist wie die Mehrzahl der touristisch
interessanten Regionen in der Mongolei heute als Nationalpark ausgewiesen. Auf
dem Weg zum Berg weisen einige Schilder daraufhin, dass man sich in der Otgon Tenger-Zone
befindet. Die eigentliche Grenze zum Nationalpark passiert man etwa zwanzig
Kilometer vor dem Berg. Eine Schranke, eine Jurte und ein im Mongolischen
„Waldpolizist“ genannter Beamter markieren den Eingang zum Nationalpark.
Allzuviele Besucher hat er in diesem Jahr noch nicht begrüßt, so dass er
zunächst alle Reisenden der letzten Woche im Einzelnen beschreibt und erst dann
die Verhaltensregeln für seinen Park erläutert.
Grundregel Nummer eins ist ein striktes Besteigungsverbot
für den Otgon Tenger, das gilt seit August vergangenen Jahres, da habe die
Regierung das verfügt, auf Drängen vieler alter Leute der Region, die haben das
schlechte Wetter der vergangenen Jahre damit in Verbindung gebracht, dass
vornehmlich Ausländer den „Gott des Himmels“, so der komplett übertragene Name
für den Berg, sozusagen auf den Kopf gestiegen sind. Zudem hat der
Ministerpräsident im April den Berg in einer Zeremonie persönlich geweiht und
ab dem sei er wieder praktisch unberührt. Da gibt es also kein Pardon in der
sonst so freien Mongolei. Hier stehen Staatsinteressen dahinter.
Irgendwie hat der schon recht betagte Waldpolizist aber
etwas Misstrauen gegenüber der kleinen deutschen Reisegruppe, denn Deutsche
sind in der Mongolei dafür bekannt, dass sie, der für Mongolen ziemlich
sinnlosen Leidenschaft verfallen sind, auf jeden Berg zu wandern. Also
verschärft er die Anordnung noch, indem er festlegt, das dass Zelten nur im
Gelände vor dem Fluß erlaubt ist, also in genügender Entfernung zum Berg und er
versichert uns auch, dass er uns gleich morgen früh besuchen wird. Damit
dürften alle Vorhaben, dem „Gott des Himmels“ auf die weiße Mütze zu steigen
nun wirklich zunichte gemacht worden sein.
Am Rande des ziemlich wilden Gebirgsflusses findet sich auch
ein Platz zum campen mit beeindruckenden Blick auf den Berg, der allerdings im
Moment von Wolken umgeben ist. Immerhin schon 2’500 Meter hoch gelegen,
verspricht es natürlich kalte Nächte. Kurz vor dem Dunkel werden verschwinden
alle Wolken um den Berg und die Pyramide mit ihrem grünen Fuß und weißer Kappe
ist noch einmal in voller Schönheit zu bewundern. Bei einer Tour am Berg vor
bereits einigen Jahren auf der Südwestseite hatte sich als eine günstige
Variante für eine Begehung die Nordflanke heraus kristallisiert. Diese
Möglichkeit ist aber nach den heutigen Bedingungen kaum noch real, der Anmarsch
vom Camp bis zum Berg an dieser Stelle ist einfach zu weit.
Nachdem der wenige zur Verfügung stehende Pferdemist
gemischt mit etwas Holz im Feuer abgebrannt ist, wird die Kälte der Nacht schon
ziemlich ungemütlich. Der nächste Morgen beginnt mit dicken Regenwolken. Der
sonst tagelang völlig wolkenfrei liegende 4’000er ist jetzt gar nicht zu sehen.
Es ist ja aber auch Ende Juli, sozusagen die kleine Regenzeit in der Mongolei
und das im Regensommer 2003.
Der Anmarsch zum Berg scheint sich unendlich hinzuziehen.
Vom genannten Fluß sind es noch 6 oder 7 Kilometer durch Sümpfe, kleine
Wasserläufe und kniehohe Sträucher. Irgendwo schlängelt sich auch eine Fahrspur
durch das Gelände, später erfahren wir, dass der Fluß nur die Grenze zum
campieren markiert, mit dem Fahrzeug könnte man noch drei, vier Kilometer
weiter fahren, wobei fahren sicher nicht der richtige Begriff wäre, man hätte
sich von Sumpfloch zu Sumpfloch hangeln können, aber das ist für mongolische
Fahrer kaum ein Problem. Einziges Kriterium für die Befahrbarkeit eines Weges
ist eigentlich nur die Tatsache, dass da schon mal jemand mit irgendeinem
Fahrzeug durchgefahren ist, dann kann man das selbstverständlich auch.
Irgendwie passt es jedoch nicht so richtig zur Nationalparkphilosophie,
ringsum liegt praktisch jungfräuliche Natur – kaum begangen oder befahren und
gerade dort, wo Schutz vonnöten ist, da sieht es stellenweise aus wie auf einem
Manöverkampfplatz. Die zum Campen erlassene Regelung nur bis zum Fluss wird durch
die Genehmigung mit dem Auto soweit fahren zu dürfen wie das Gefährt das noch
mitmacht, ad absurdum geführt. Lieber hätten wir das Fahrzeug zurückgelassen
und am Vorabend zu Fuß die Zelte näher am Berg aufgeschlagen. Es ist für einen
Deutschen eigentlich kaum erklärbar, warum im geheiligten Bereich nicht
gezeltet aber dafür mit dem Auto das Gelände umgepflügt werden kann. Sicherlich
eine modernere mongolische Lebensphilosophie, Auto fahren an sich ist schon
eine fast geheiligte Handlung.
Fast zwei Stunden dauert es, bis der Fuß des Berges erreicht
ist. Der Höhengewinn fällt dabei eher unwesentlich aus, kaum zwei hundert
Meter. Den Einstieg in den eigentlichen Aufstieg bildet auf der Südostseite ein
Feld aus metergroßen Blöcken, die aber trotz des Regens relativ gut zu begehen
sind. Das Wetter kommt aus Richtung Westen, also direkt über den Grat zum
benachbarten Berg. Es ist ein Naturschauspiel für sich, zu beobachten, wie sich
immer wieder Wolken aus der dicken Masse westlich des Gebirges lösen, über den
Kamm schieben, den Himmel über den Köpfen tief verdunkeln und dann auf ihrem
Weg in Richtung Osten immer lichter werden. Ein ständiger Wechsel zwischen
Licht und Schatten. Wenn es einmal für ein paar Minuten keine Wolkenmasse
schafft über den Berg nachzuschieben, liegt für Momente der Gipfel im grellen
Sonnenlicht und die Temperatur steigt binnen Sekunden. Von hier kann man auch
schon auf einen der hochgelegenen Seen des Otgon Tenger blicken. Liegt er in
der Sonne, scheint er strahlend blau, Augenblicke sowie später und unter dicken Wolken
ist derselbe See nur noch eine dunkle Fläche.
Der folgende Abschnitt wird relativ steil und führt
hauptsächlich über Schotter. Mittlerweile geht der gelegentliche Regen immer
mehr in Eisregen oder Schnee über. Bei etwa 3’500 Metern ist eine flache
Terrasse erreicht und gleichzeitig auch die Höhe der umliegenden Gipfel
überschritten. Diese Höhe erreichen noch eine Reihe anderer Berge des Changai,
einzelne auch 3’600 Meter, aber darüber liegt dann außer dem „Gott des Himmels“
keiner mehr. Ab jetzt steigt man sozusagen über dem Changai. Der höchste der
Bergseen liegt auch bald tief unten und der Blick über das nordöstliche Gebirge
wird von Schritt zu Schritt beeindruckender. Der größte Teil des Panoramas
liegt im strahlenden Sonnenlicht nur um den Gipfel ziehen fast ununterbrochen
Wolkenketten, eine Beobachtung, die man natürlich nur machen kann, wenn man mal
nicht selbst in einer der Wolken steht. Bei etwa 3’850 Metern ist der Schnee
der vereisten Kappe erreicht und der Blick ins Gebirge wird zur
Vogelperspektive. Eine Weile noch lassen sich recht gut Tritte in den
Firnschnee bauen, es ist aber bereits später Nachmittag und die eben noch
weichen Abschnitte beginnen zu überfrieren, natürlich keine günstige Situation,
zumal die Neuschneeauflage der letzen Stunden ebenfalls Probleme aufwerfen
kann.
Die Zeichen stehen auf Rückzug, etwa 70 oder auch 100 Meter
unter dem Gipfel ist heute Schluss, wo das nun genau ist kann man schwer sagen,
die barometrische Höhenmessung gibt 3’955 m an, das GPS schwankt um die 3’900
m, für den Berg werden neuerdings 4’021 angegeben. Eines dürfte aber eindeutig
sein, die Höhe aus alten topografischen Karten von 3’905 Metern kann nicht
korrekt sein. Im Grunde ist die Frage auch kaum von Bedeutung, zumindest für die
beeindruckende Erscheinung des sicher schönsten Berges des Changai und seine
einmalige Umgebung ist das ziemlich unwesentlich. Schon am Abend, beim Abstieg,
klart es auch um den Gipfel endlich auf. Im klaren Licht der Abendsonne zeigt
sich die komplette Eiskappe noch einmal. An deren Nordflanke zieht eine weiße
Fahne in den grünen Changai, starker Wind treibt den Neuschnee des Tages weit
bis zu den benachbarten Gipfeln.
Jens Geu
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